KI baut Software nach: Was das für Lizenzen, Schatten-IT und Informationssicherheit bedeutet
Was bisher spezialisierte Entwicklerteams, viel Zeit und entsprechende Budgets erforderte, wird durch KI zunehmend einfacher. Besonders interessant ist die Entwicklung beim Reverse Engineering: Werkzeuge wie Ghidra ermöglichen es, bestehende Software technisch zu analysieren. In Kombination mit KI-Agenten lassen sich solche Analysen zunehmend automatisieren und zur Rekonstruktion von Funktionen nutzen.
Es gibt bereits Projekte, die bekannte Grafik- und Bildbearbeitungsprogramme funktional nachbilden, Spiele rekonstruieren oder ältere Software auf modernen Systemen wieder lauffähig machen.
Folgen für Unternehmen
Warum dauerhaft hohe Lizenzkosten für umfangreiche Softwarepakete bezahlen, wenn sich bestimmte Funktionen künftig individuell und günstiger entwickeln lassen? KI wird nicht morgen ein vollständiges ERP-System mit allen Schnittstellen und Geschäftsprozessen ersetzen. Bei kleineren Anwendungen und internen Werkzeugen dürfte sich aber einiges verändern.
Kurz gefasst: Wenn Software immer einfacher entwickelt werden kann, wird es für Unternehmen schwieriger, den Überblick über ihre IT-Landschaft zu behalten.
Schatten-IT mit KI
Schon heute haben viele Organisationen Schwierigkeiten mit Schatten-IT, unklaren Verantwortlichkeiten und fehlender Dokumentation. Was passiert, wenn einzelne Abteilungen ihre Anwendungen selbst mit KI erstellen?
- Wer überprüft den Code?
- Wer bewertet Sicherheitsrisiken?
- Wer kümmert sich um Updates, Berechtigungen, Datenschutz und Lizenzbedingungen?
- Wer übernimmt langfristig die Verantwortung für den sicheren Betrieb?
Unser Fazit
Wir werden nicht weniger Informationssicherheit benötigen, weil KI uns die Entwicklung erleichtert, sondern eher mehr. Ein funktionierendes Informationssicherheitsmanagement, nachvollziehbare Risikobewertungen und klare Verantwortlichkeiten werden noch wichtiger. Es geht nicht darum, neue Technologien auszubremsen, sondern sie sinnvoll und kontrolliert einzusetzen. Software zu entwickeln wird immer einfacher – sie sicher und dauerhaft zuverlässig zu betreiben, bleibt eine unternehmerische Verantwortung.
Wir unterstützen Unternehmen bei ISO/IEC 27001, TISAX, NIS2, Datenschutz, KI-Governance und IT-Risikomanagement und übernehmen externe Funktionen als Informationssicherheits- und Datenschutzbeauftragte.
Gibt es in Ihrem Unternehmen Regeln für KI-generierte Anwendungen? Wir helfen beim Einstieg.



